Vilma

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Es ist kaum bekannt, dass die Bundeswehr in Bad Reichenhall eine Einheit mit Tieren hat!

Bei den Gebirgsjägern werden ca. 40 Maultiere und 20 Haflinger als Tragtiere zu Ausbildungszwecken gehalten. Soldaten lernen den Umgang mit diesen Tieren, das Bepacken und Führen im bergigen Gelände. Gegenüber Pferden sind die genügsamen und besonders trittsicheren Maultiere im Gebirge und im Schnee im Vorteil. In Krisengebieten können sie den Nachschub und die Bergung von Verletzten im Gebirge unauffälliger und kostengünstiger als der Helikopter durchführen. Die in Bad Reichenhall gehaltenen Maultiere kommen niemals in die Kriegsgebiete, sie versorgen zu Übungszwecken z.B. eine Alm im Berchtesgadener Land. Nach teilweise 15 Dienstjahren werden die Maultiere im Alter von ca. 20 Jahren pensioniert. Nur an die allerbesten Pflegeplätze werden die Rentnermulis abgegeben. Manchmal gibt es auch Frührentner, die wegen chronischer Erkrankungen bereits früher die Einheit verlassen und so gelangten die Maultiere Vilma und Xaver zu uns, da sie bei einer Tierärztin besondere Pflege erhalten können.

Xaver, der Fuchs, welcher ursprünglich aus Andalusien stammt und dort bereits tote Kampfstiere aus Arenen zog, wurde wegen chronischem Husten frühverrentet. Er hat bei der Bundeswehr bei zahlreichen Übungen in Österreich, Niederlanden mitgespielt. Auf keinem Umzug, Pferdeweihe oder Pferdemesse fehlte er, denn er ist ein äußerst zuverlässiger Kamerad. Daher freut es mich für ihn ganz besonders, dass dieses wunderbare Charaktertier bei uns so früh mit 17 Jahren in den Rentnerstatus kam und noch ein herrliches und unbeschwertes Leben auf unseren Weiden und in unserer Herde genießen darf. Er zeigt seine Dankbarkeit täglich aufs Neue.

Vilma, die Riesin, nennen wir auch liebevoll: „unser Dinosaurier“.
Vilma ist wohl als Fohlen in den Zaubertrank gefallen, sie hat ein Stockmaß von 1,70m. Schließlich war sie auch für die Bundeswehr zu groß, das Bepacken fiel den Soldaten zu schwer und im Transport-LKW stieß sie an die Decke. Da sie zudem noch eine Hautallergie auf Insektenstiche, das sogenannte Sommerekzem entwickelte, musterte man sie mit 13 Jahren aus. Das war für das Sensibelchen auch besser so, denn sie benötigt immer eine ganz besonders rücksichtsvolle und individuelle Behandlung. Täglich muss die Haut behandelt werden, eine spezielle Fütterung ist notwendig, da auch ihre Hufe und ihr Darm empfindlich sind.

Beide Rentnermulis genießen bei uns in erster Linie das freie Leben und die besondere Fürsorge. Über kleine, beschauliche Ausritte im Pfälzer Wald freuen sie sich auch immer. Es ist schön zu sehen, wie sie ihren Lebensabend in einer artgerechten Haltung mit Offenstall, vielen großen Koppeln und einer intakten Herde von Ponys und anderen Mulis genießen.

Wir wünschen dies allen Pferden oder Mulis, die ihr Leben für den Menschen gearbeitet haben. Doch leider weiß ich, dass es den Wenigsten gegönnt ist.

Viele andere werden einfach beim Händler oder direkt beim Schlachter entsorgt-besonders diejenigen, welche im Sport oder in der Landwirtschaft dem Menschen alle körperliche Leistung hingegeben haben.

RIP ihr vielen Turnierpferde, Rennpferde, Kutschpferde, Schulpferde, Ponykarussellpferde, Stutenmilchpferde, Ackerpferde etc., denen kein schöner Lebensabend gegönnt wurde und grast in Frieden hinter der Regenbogenbrücke.

Wir denken täglich an euch!