Marie

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Im vergangenen Herbst fragte ein Behindertenheim in Süddeutschland an, ob wir 3 Esel aufnehmen könnten. Sie hatten die Esel schon 10 Jahre, zusammen mit Schafen, Ziegen und Hühnern in der Einrichtung gehalten und den Bewohner, ob jung oder alt sehr viel Freude gemacht.

Doch nun müsse man zum großen Bedauern die Tierhaltung aufgeben, da der zuständige Heimpfleger, welcher auch die Tiere versorgte nun in Pension gehen würde. Man habe sich fast ein Jahr nach einem Nachfolger umgesehen, doch alle Bewerber auf die Pflegerposition wollten die Arbeit mit den Tieren nicht übernehmen.

Die Esel wollte zu dritt keiner haben, vielleicht einen Esel - aber nicht gleich 3… und so verging die Zeit, denn die Heimleitung wollte die lieben Esel Marie, Woody und Calimero, die sehr aneinander hingen nicht trennen. Nun rückte der Tag näher, an dem man die Esel ansonsten dem Pferdehändler um die Ecke geben musste, denn das Gelände wo sie standen wurde einer anderen Verwendung zugeführt.

So zogen im Oktober 2015 die 3 „Heimesel“ bei uns ein. Sie waren ein eingeschworenes Team, eine kleine Familie, die sich zwar mit unseren Eseln ganz gut verstanden, jedoch ihre eigenen Wege gingen.

Nach einigen Wochen fand sich ein Platz für alle 3 zusammen im Schwarzwald. Dort sollten die Esel im Altersheim und bei Spaziergängen mit Flüchtlingsfamilien wieder vielen Menschen Freude machen. Zunächst schien alles gut, doch bereits im Mai 2016 verstarb Maries Sohn Woody an einer Lungenentzündung, er war erst 10 Jahre alt.

Von nun an schien „der Wurm drin“ gewesen zu sein…
Marie und Calimero waren nicht glücklich, die neue Besitzerin fand keinen so rechten Draht zu den Tieren und der therapeutische Einsatz für den sie angedacht waren kam auch nicht so recht in Gang.

So kam letzte Woche der Anruf, die Esel müssen weg!
Man habe sich bereits nach einer neuen Bleibe umgesehen und ein Reiterhof wolle sie aufnehmen.
Doch auf Reiterhöfen werden Esel oft nur als Pausenclowns zur Bespaßung der Kinder angeschafft. Dort geht es letztlich um das Reiten, die Esel sind nur Nebensache, werden gefüttert wie die Pferde, verfetten und sterben schließlich an den Folgen der Überfütterung. Kein schönes Schicksal!

Als wir dann noch erfuhren, dass auch ein Pferdehändler bei der Vermittlung mit im Spiel war, haben wir einstimmig beschlossen: die beiden kommen zu uns zurück!
Viele liebe Helfer – besonders Familie Riebel-Klein - haben am Wochenende die notwendigen vorbereitenden Arbeiten am Stall gemacht. Nochmals ein herzliches Dankeschön an euch!

Gestern kamen die 2 arme Tröpfe im strömenden Regen wieder bei uns an. Sie schauten so unendlich traurig, nicht verstehend warum sie hin und her geschoben werden. Und dennoch erkannten sie unsere Koppel, unseren Stall und unsere Esel wieder und dann haben sie sich sogar gefreut und sind gleich zu den anderen Eseln gelaufen.

Die beiden sind so liebenswert, sanft und freundlich, wir werden nie verstehen, warum man zu solchen wunderbaren Geschöpfen „keinen Draht“ hat aufbauen können. So ist sie nun unsere schnelllebige Zeit…

Tiere werden an- und wieder abgeschafft, wie es gerade so passt.

Doch nun ist die große Frage, können wir sie behalten???

Unsere Kapazitäten waren eigentlich schon ausgeschöpft und die Futterkosten sind enorm, um so viele Tiere über den Winter zu bringen.

Die Esel fühlten sich heute am 4. Tag schon wieder wie zu Hause und vertragen sich mit allen anderen Eseln. Ich lese in ihren treuen Augen, dass sie gerne bleiben wollten.
So macht es diesen 2 lieben Eseln möglich, werdet Paten oder spendet Futtergeld und erfüllt den 2 kleinen Eselchen den Herzenswunsch bleiben zu können.

Marie und Calimero danken euch!