Name: Fritz
Alter: Geboren 1999
Geschlecht: Wallach

Beschreibung

Fritz der Erste

Fritz erblickte 1999 das Licht der Welt im Stall eines Schäfers in Bayern.

„Ignazia“, seine Eselmutter brachte fast jedes Jahr ein Fohlen zur Welt, welches der Schäfer an Schäferkollegen weiter gab. Dort standen sie alleine unter Schafen und machten ihre Dienste als arme Schäferesel, die ohne Artgenossen unter Schafen und ohne Regenschutz leben müssen, um angeblich Wölfe und Hunde von den Schafen fern zu halten.

Diese Tradition hält sich bis in die heutige Zeit leider immer noch.

Dabei sind Schafe keine Artgenossen, Esel hassen Regen, sie essen mit den Schafen zu viel fettes Gras was sie krank macht und können Schafherden nicht wie Herdenschutzhunde vor Wolfs- oder Hundeangriffen schützen, sich bestenfalls gegen einen Hund gezielt durch Tritte selbst verteidigen.

Nun aber zu Fritz, der war ja eine Ausnahme, da ein gescheckter Esel und natürlich ein ganz außergewöhnlich süßes Eselfohlen. Eine Pferdehalterin aus dem Ort verliebte sich in das kleine Fohlen und kaufte es dem Schäfer ab.

Mit einem halben Jahr musste Fritz Ignazia verlassen und stand von nun an auf einem Reiterhof bei Pferden. Nach einigen Jahren musste der Reiterhof aufgegeben werden und Fritz sollte auch den Besitzer wechseln.

Wir fuhren 2006 auf diesen in Auflösung befindlichen Reiterhof, um ein Maultier anzuschauen welches ebenfalls verkauft werden sollte. Und als wir uns entschlossen dieses Maultier zu kaufen, schenkte uns die Reitstallbesitzerin Fritz dazu, denn sie konnte ihn ja auch nicht behalten. Die Dame war felsenfest davon überzeugt: „Fritz ist ein Pferde-Esel“. Er würde nur die Pferdegesellschaft benötigen, wolle nichts mit Artgenossen zu tun haben. Sie habe vor 3 Jahren mal einen Versuch gemacht ihn zu anderen Eseln zu stellen, doch die habe er gar nicht gemocht und so nahm sie ihn zurück und stellte ihn wieder ihren Pferden.

Damals hatten wir keine Ahnung von Eseln und als Fritz kam, stellten wir ihn zu unseren Pferden und ich begann mich intensiv mit Eselhaltung zu beschäftigen. Schnell begriff ich Esel sind keine Pferde mit langen Ohren. Fritz wurde von den Pferden vom Futter weggescheucht, wurde nicht in den gemeinsamen Offenstall gelassen und stand mit erbärmlichem Blick draußen im Regen. So konnte es nicht weiter gehen!

Dann kam die große Wende in Fritzchens Leben: Er bekam eine Eselstute dazu und einen eigenen Eselstall. Was war das für eine Freude als Eselstute „Bella“, die von einem Pferdehändler aus Bulgarien mitgebracht worden war, hinzukam!

Kurz darauf stellte eine Bekannte noch „Flora“ eine ebenfalls extrem heruntergekommene Schäfer-Eselstute von 30 Jahren dazu. Diese Esel waren absolut glücklich und zufrieden.

Flora ist im Alter von 34 J. verstorben.

So kam noch mancher Eselnotfall zu uns, einige haben wir vermittelt, andere blieben und Fritz, unser erster Esel, wird für immer bleiben. Er ist eben ganz etwas Besonderes und ich habe noch nie einen derart braven Esel erlebt, der so weise alle Höhen und Tiefen des Lebens durchlebt und durch absolut gar nichts aus der Ruhe zu bringen ist.

Wer die „Weisheit der Esel“ erleben möchte sollte Fritz kennen lernen.

ESEL